Das Projekt

In den 1920er Jahren vom Darmstädter Stadtbaumeister August Buxbaum entworfen und erbaut, gilt das rund 50 Gebäude umfassende Ensemble im Rhön- und Spessartring als gelungenes Beispiel für öffentlich geförderten Wohnungsbau. Und das schon zur Zeit seiner Entstehung. Denn Buxbaum geht bewusst neue Wege. So verwendete der Stadtbaurat viel Sorgfalt auf architektonische Details, spielte mit klassizistischen Stilelementen und unterschiedlichen Geschosshöhen und setzte Erker und Balkone, Fenstergiebel und Fassadenschmuck ein, um für Dynamik zu sorgen und den Eindruck von Uniformität zu vermeiden. Im sozialen Wohnungsbau des frühen 20. Jahrhunderts bislang undenkbar. Buxbaums Architektur stellt damit einen Gegenentwurf zum bis dahin vorherrschenden Schlichtwohnungsbau dar.

100 Jahre nach seiner Erbauung war das unter Denkmalschutz stehende und im Besitz der bauverein AG befindliche Gebäudeensemble allerdings in die Jahre gekommen und wies einigen Modernisierungsbedarf auf. Das städtische Wohnungsunternehmen entschloss sich daher, alle Gebäude in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz über einen Zeitraum von fünf Jahren überarbeiten zu lassen. Begonnen wurde Mitte 2016 im Spessartring 16 und Spessartring 27, seitdem schreitet die Modernisierung abschnittsweise voran. 2021 soll die Maßnahme – die bauverein AG investiert hier rund 50 Mio. Euro – enden. 

Im Zuge der pro Gebäude rund sechs Monate dauernden Modernisierung werden die Häuser einer Putzsanierung unterzogen und brandschutztechnisch ertüchtigt. Kunststofffenster werden gegen die im ursprünglichen Entwurf von Buxbaum vorgesehenen Holzsprossenfenster ausgetauscht und mit dazu passenden Klappläden aus Lärchenholz versehen. Das Dach wird neu und ebenfalls denkmalgerecht mit einer Biberschwanzeindeckung eingedeckt. Auch die Hauseingangsbereiche, Hauseingangstüren, Briefkasten- und Klingelanlagen sowie die Außenanlagen werden überarbeitet. 
Um die Gebäude wieder möglichst originalgetreu herzurichten, wurde auf einen erfahrenen Restaurator zurückgegriffen. Mit seiner Hilfe konnten die alten, zu Buxbaums Zeiten verwendeten, Fassadenfarben anhand von Farbresten rekonstruiert werden. So besaßen die Häuser im oberen Spessartring ursprünglich einen Anstrich in Amberger Gelb, einer Art Ockerton. Als Kontrast dazu waren die Klappläden in einem dunklen Oxidrot oder auch einem satten Moosgrün gestrichen. Weiter unten im Spessartring waren die Fassaden hingegen „Pompejanisch Rot“. 

Da die Recherche nach den ursprünglichen Fassadenfarben abschnittsweise, parallel zur Modernisierung, erfolgt, steht noch nicht fest, wie die weiter unten im Rhönring angesiedelten Häuser einmal aussehen werden. Bei den bereits modernisierten Häusern wurde die Ursprungsfarbe wieder hergestellt. August Buxbaum ließ viele Gebäude seines Ensembles mit Loggien versehen, die den Bewohnern als Freisitz dienen sollten – auch das war im sozialen Wohnungsbau des frühen 20. Jahrhunderts eine Seltenheit. Über die Jahre wurden viele dieser Loggien von den Bewohnern geschlossen und in zusätzlichen Wohnraum umgewandelt. Dies entspricht zwar nicht dem Ursprungszustand, die bauverein AG wird Loggien, die auf ausdrücklichen Wunsch der Bewohner geschlossen bleiben sollen, jedoch – anders als ursprünglich geplant – nicht wieder zurückbauen lassen. Bei Mieterwechseln behält sich das Unternehmen jedoch vor, Loggien wieder zu öffnen, um so den ursprünglichen Gebäudeeindruck wiederherzustellen.

Die Großmodernisierung im Rhön- und Spessartring wird von der bauverein AG mit einer kontinuierlichen Mieterkommunikation und -information begleitet: Im Vorgang zu jedem Modernisierungsabschnitt finden Informationsveranstaltungen für die betroffenen Bewohner statt. Auch gibt es einen „Kummerkasten“, eine wöchentliche Sprechstunde, eine eigene Website, eine spezielle Mailadresse, und seit Dezember 2017 findet zudem ein regelmäßiger Austausch mit den Vertretern der Mieter-Arbeitsgruppe „Rhönring“ statt. Ziel ist es, die die Maßnahme begleitende Kommunikation weiter zu verbessern und so auch die Akzeptanz der Mieter gegenüber der Großmodernisierung zu erhöhen.

Die bauverein AG ist überzeugt, dass die Modernisierung des Ensembles am Fuß der Mathildenhöhe das Stadtbild deutlich aufwertet. Mit dem geplanten Anschluss aller modernisierten Gebäude an das Fernwärmenetz soll zudem ein Beitrag zum Klimaschutzkonzept der Stadt Darmstadt geleistet werden: So verringern sich die CO2-Emissionen durch die Umstellung auf Fernwärme über den gesamten Rhön-/Spessartring hinweg um rund 70%. Die Umstellung von Gas auf Fernwärme erfolgt sukzessive, nach Fertigstellung der einzelnen Modernisierungsabschnitte. 

Zeitplan

Die Modernisierung der rund 50 Gebäude im Rhön- und Spessartring erfolgt abschnittsweise. Pro Abschnitt werden – von der Aufstellung der Gerüste bis zu deren Abbau – rund sechs Monate benötigt. Über den Umfang der Maßnahmen, den ungefähren Zeitplan und wichtige, mit der Modernisierung zusammenhängende Details werden die Mieter der jeweiligen Modernisierungsabschnitte im Vorgang im Rahmen einer Informationsveranstaltung informiert. Auch auf dieser Website sind alle aktuellen Informationen abrufbar. Für Fragen steht Mietern zudem eine wöchentliche Sprechstunde zur Verfügung.

Bauliche Maßnahmen

  • Dachsanierung inkl. Zwischensparrendämmung (Bieberschwanzdeckung)
  • Putzsanierung Fassade
  • Erneuerung der Fenster in Holz mit Sprossen
  • Erneuerung der Klappläden in Holz
  • Erneuerung Hauseingangstüren
  • Erneuerung Wohnungseingangstüren
  • Neue Briefkastenanlage, Installation von Gegensprechanlagen
  • Öffnung der Loggien nur mit schriftlicher Zustimmung der Mieter
  • Überarbeitung der Treppenhäuser (brandschutztechnisch + malertechnisch)
  • Anbringen einer Kellerdeckendämmung (nach Vorgabe der Technischen Anschlussbedingungen des örtlichen Energieversorgungsunternehmens)
  • Sanierung der Grundleitungen
  • Überarbeitung der Außenanlagen inkl. Errichtung neuer Müllabstell- und Fahrradabstellplätze
  • Überarbeitung des Brandschutzes im Dachgeschoss (2. Rettungsweg)
  • Anschluss an das Fernwärmenetz der Entega AG

Informationen zum aktuellen Bauabschnitt / Terminplan:

1. Halbjahr 2019:

  • Rhönring 36-42
  • Rhönring 48-54

2. Halbjahr 2019:

  • Rhönring 20+22 + Friedberger Str. 2 + Gießener Straße 1
  • Rhönring 28+30 + Friedberger Straße 1
  • Rhönring 32 + Arheilger Straße 96
  • Rhönring 34 + Arheilger Straße 85

Aktuelle Informationen bzw. Terminankündigungen können Sie gerne dem Schaukasten in ihrem Treppenhaus entnehmen.

uNach Oben